Regression als auch das Lesen mit Fixierungen bremsen unsere Lesegeschwindigkeit und reduzieren unsere Fähigkeit, das Gelesene zu behalten. Diese Vorgänge laufen unbewusst ab. Man merkt nicht, dass man beim Lesen hin und her springt oder immer wieder  anhält. Regression und das Lesen mit Fixierungen behindert das systematische Aufnehmen von Informationen und das Umwandeln der Informationen in abrufbares Wissen.

 

WAS MACHEN UNSERE AUGEN BEIM LESEN?

Haben Sie schon einmal Ihre Augen oder die eines anderen beim Lesen beobachtet? Die meisten Menschen sind noch nicht auf diese Idee gekommen. Probieren Sie es aus, es lohnt sich. Bitten Sie einen anderen sich bequem und aufrecht hinzusetzen und einen Text zum Lesen in Augenhöhe zu halten. Jetzt beobachten Sie genau, welche Bewegungen die Augen machen.

Wie wandern die Augen? Gleiten diese gleichmäßig über Zeilen oder neigen die Augen dazu, hin und her zu springen und immer wieder anzuhalten? Diese Art der Bewegung, das hin und herspringen, nennt man Regression und das Anhalten nennt man Fixierung. Bei vielen Menschen stoppen die Augen hinter fast jedem Wort und springen immer wieder zu den Wörtern, die bereits gelesen wurden zurück. Diese Prozesse, die Regression und die Fixierungen, laufen unbewusst ab und sind eine Ursache dafür, dass wir uns den Inhalt des Gelesenen schlecht merken können und mehr Zeit für das Lesen brauchen, als wichtig ist.Lesen Sie einmal den folgenden Textteil und versuchen Sie diesen zu verstehen. Aus der „Sicht des Gehirns“ kommen die Informationen eines Textes etwa so an:

Wenn               ich                acht               Stunden              Zeit               hätte,               um                einen              Baum               zu               fällen,                 dann                würde                ich                sechs                Stunden                meine                Axt                 schärfen.

Wie gut konnten Sie sich diesen Text merken? Probieren Sie etwas anderes aus.

Alle denken nur darüber nach,
wie man die Menschheit ändern könnte,
doch nur wenige denken daran,
sich selbst zu ändern.
Leo Tolstoi

Können Sie das Sprichwort jetzt besser wiederholen? Bestimmt, denn das Gehirn bekommt gebündelte Informationen und damit ist die Merkfähigkeit größer.

 

WAS IST DIE FOLGE VON REGRESSION UND FIXIERUNGEN?

Durch Regression bekommt das Gehirn viele Wörter als einzelne Information und es finden unzählige Prozesse im Gehirn statt, um den Sinn zu erfassen. Gleichzeitig geschieht die Informationsaufnahme in einer Langsamkeit, so dass die Konzentration zu gering ist. Damit bekommen andere Gedanken einen Raum und das Interesse am Gelesenen lässt deutlich nach. Ebenso kann es dann schon einmal geschehen, dass die folgenden wichtigen Daten nicht mehr wahrgenommen werden, dann Informationen fehlen und der Text wird einfach nicht verstanden.

Und, wie ist es mit der Lesezeit? Betrachten wir einmal nur die Zeit für die Fixierungen. Es wurde gemessen, dass Fixierungen im Durchschnitt ein Viertel Sekunde brauchen. Je Zeile stehen ca. 10 Wörter und eine Seite hat ungefähr 30 Zeilen. Wenn man es schafft, jeweils zwei Wörter mit einem Mal zu erfassen, dann braucht man ca. drei Stunden weniger zum Lesen des Buches. Drei Stunden seiner Lebenszeit, die man mit anderen schönen Sachen füllen kann.

Jeder normale Text, der mehr oder weniger gelesen werden muss, angefangen von eMails über Fachtexte bis hin zu den täglichen Informationen im privaten und beruflichen Leben, überall, wo das Interesse nicht hoch genug ist, damit auch die Konzentration, wird gelesen mit Regression und Fixierungen.

 

WARUM LESEN WIR MIT REGRESSION UND FIXIERUNGEN?

Den Ursprung für die Regression und Fixationen führt man auf das Lesenlernen in den ersten Schuljahren zurück. Hier war es wichtig, Silbe für Silbe zu erfassen und für die Bedeutung des gesamten Wortes diese dann vom Beginn an aneinander zu fügen. Damals waren wir auf die Regression und die Fixierung angewiesen, da unser „mentales bildliches Wortlexikon“ nur wenige Repräsentanten enthielt.

Die meisten Wörter in unserer Muttersprache haben wir schon einige tausend Male gelesen. Mit Hilfe unseres inneren Lexikons erkennen wir die meisten Wörter bereits automatisch.  Das sogar dann, wenn sie völlig falsch geschrieben sind. In einen der nächsten Artikel gibt es mehr Informationen über Texte mit gezwirbelten Wörtern.

Wie kann man jetzt Regression und die Anzahl der Fixierungen verringern? Unsere Augen reagieren auf Bewegungen.  Wenn Sie eine Bewegung vorgeben, zum Beispiel indem Sie den Finger entlang der Zeile führen und genau dort lesen, wo sich der Finger befindet, dann können die Augen die Informationen in der Reihenfolge gebündelt aufnehmen.

Probieren Sie es aus. Sie werden schnell merken, dass sich Ihre Konzentration erhöht und Sie sich an mehr Informationen aus dem Text erinnern. Eine weitere Unterstützung bekommen Sie in den SpeedReading Seminaren von Saphi.